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veritas

BERATUNGSSTELLE FÜR OPFER UND BETROFFENE VON VERSCHWÖRUNGSERZÄHLUNGEN

Vertrauliche und kostenlose Beratung

Die Beratungsstelle veritas möchte Menschen, die durch verschwörungsgläubige Personen in ihrem Umfeld einer akuten Belastung ausgesetzt sind, darin unterstützen, einen adäquaten Umgang mit diesem Leidensdruck zu finden. Die Beratung erfolgt vertraulich, kostenlos und kann als Telefon-, Mail- und Onlineberatung oder in den Räumlichkeiten der Beratungsstelle in Anspruch genommen werden. 

Anlaufstelle für Familienangehörige, pädagogische Fachkräfte und Betroffene

Vor allem Familienangehörige, aber auch Fachkräfte (Lehrer*innen, Jugend-, Sozialarbeiter*innen, etc.), die in ihrem täglichen Miteinander mit verschwörungsgläubigen Menschen zusammenleben und arbeiten, erhalten so erstmals eine direkte Anlaufstelle, um mit dieser Lebenssituation besser zurecht zu kommen. Weiterhin bieten wir psycho-soziale Beratung für Opfer von Angriffen verschwörungsgläubiger Menschen und ihrer Milieus (wie beispielsweise durch Verleumdungskampagnen, physische Angriffe oder die Androhung von Angriffen) an. Geleitet durch die Annahme, dass die Beratung von Opfern und Betroffenen stets auch eine positive Wirkung auf den*die Verschwörungsgläubigen selbst hat, arbeiten die Mitarbeiter*innen von veritas systemisch, lösungs- und ressourcenorientiert. Darüber hinaus helfen die Berater*innen auch gerne Personen, die sich selber in Verschwörungserzählungen gefangen fühlen und dadurch möglicherweise bereits den Kontakt zu Freund*innen und Familie verloren haben, auf ihrem Weg zurück ins „alte“ Leben.

Beratung für Jugendämter und Jugendhilfe

Außerdem sind die Mitarbeitenden der Beratungsstelle in der Lage, Jugendämter sowie die Jugendhilfe im Allgemeinen bei der Einschätzung von Fragen der Kindeswohlgefährdung im Kontext von verschwörungsgläubigen Familien zu unterstützen. Dafür bietet die Beratungsstelle sogenannte Insofern Erfahrene Fachkräfteberatung nach §8a SBG VII an.

Kein ausschließlich rechtsextremes Phänomen

Mit veritas ergänzt die Stadt Berlin ihr bereits breit aufgestelltes zivilgesellschaftliches Beratungsangebot zur Bekämpfung von Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und antidemokratischen Ideologien. Die Notwendigkeit einer Beratungsstelle, die sich explizit an Betroffene und Opfer von Verschwörungserzählungen richtet, ergibt sich insbesondere aus dem Umstand, dass sich Verschwörungserzählungen nicht immer klar extremistischen Weltanschauungen zuschreiben lassen. Verschwörungserzählungen sind gesamtgesellschaftlich verbreitet, stellen aber immer eine Gefahr für das demokratische Zusammenleben dar. Hieraus ergeben sich dementsprechend auch besondere Anforderungen an eine professionelle Beratung. Beispielsweise scheuen sich Personen aus dem Umfeld verschwörungsgläubiger Menschen, Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen, die sich explizit an Betroffene und Opfer von Rechtsextremismus wenden. Die neue Beratungsstelle veritas verfolgt neben der direkten Betroffenenberatung aber auch das Ziel, als Verweisberatung zu agieren, um sich so ins bestehende System des Berliner Beratungsnetzwerks ergänzend einzufügen und entsprechende Kooperationen anzubahnen.

Wissenschaftliche Begleitung

Die Arbeit der Beratungsstelle wird durch einen vierköpfigen Beirat aus verschiedenen fachlichen Expertisen im Kontext von Verschwörungserzählungen begleitet. Dieser wird zweimal jährlich tagen und regelmäßig über die Arbeit, Herausforderungen und Bedarfe von veritas informiert.

Projektdauer

13.01.2012 bis 31.12.2021

Förderung

Logo Landeskommission Berlin gegen Gewalt