Frauen* im Fokus der Präventionsarbeit

Bedarfsanalyse zu sekundärpräventivem Projekt für Mädchen* und junge Frauen* im Kontext der Bekämpfung von Islamismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit in Berlin

In der Wissenschaft werden genderspezifische Aspekte in den Themenbereichen religiös begründeter Extremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bisher nur vereinzelt oder peripher berücksichtigt. Auch in der Praxis lassen sich kaum gendersensible (sekundärpräventive) Angebote finden, die auf die Bedürfnisse und Interessen von Mädchen* und Frauen* ausgerichtet sind. Diese erste Bestandsaufnahme weist auf eine Betreuungslücke hin, die individuelle und gesellschaftliche Folgen haben kann. Beobachtungen in der Praxis zeigen zudem, dass demokratie- und menschenfeindlichen Gruppierungen diese Lücke gezielt nützen, um Mädchen* und Frauen* ihre Narrative anzubieten.

Gendersensible Sekundärprävention für Mädchen* und junge Frauen*

Daher ist eine weitere Bedarfsanalyse nötig, die Mädchen* und junge Frauen* als Gruppe mit eigenen Problemstellungen in den Blick nimmt und anhand einer Analyse im übergreifenden Fachaustausch abgeklärt, inwieweit Bedarfe zu sekundärpräventiven Angeboten im Bereich bestehen, die explizit Mädchen* erreichen. Mit diesem Projekt rückt cultures interactive e.V. deshalb die Lebensrealität von Mädchen* und Frauen* in den Fokus, um die Relevanz genderreflektierter Präventionsarbeit und den Handlungsbedarf zu eruieren sowie Ansätze für eine bedarfsorientiertes und sekundärpräventives Projekt zu formulieren.

Erfassung und Analyse von Bedarfen

In verschiedenen Projekten und wissenschaftlichen Beiträgen hat cultures interactive e.V. in den letzten Jahren einen gendersensiblen Ansatz für die Prävention erarbeitet, der Mädchen* und junge Frauen* als relevante Akteur*innen ernst nimmt und sich intensiv mit mädchen*spezifischen Radikalisierungsgründen auseinandersetzt. Im Rahmen der Bedarfsanalyse werden nun qualitative und quantitative Interviews sowie Fachgespräche mit Multiplikator*innen im Bereich der Mädchen*arbeit und Frauen*beratung, mit Mitarbeiter*innen aus der Prävention von religiös begründetem Extremismus sowie mit Mädchen* und jungen Frauen* durchgeführt. Ergänzt werden die Ergebnisse durch weitere Recherchen zu wissenschaftlichen Diskursen und sekundärpräventiven Projekten im Bereich des religiös begründeten Extremismus. Die gewonnen Erkenntnisse werden anschließend in einem Fachaustausch zur Diskussion gestellt.

Dauer

1.8.2021-31.05.2022

Förderung