Rafik

Radikal, fundamentalistisch, anders – Fachkräfte im Kontakt (RaFiK)

Fachkräfte in den Regelstrukturen der Kinder- und Jugendhilfe kommen regelmäßig in Kontakt mit Kindern aus religiös radikalisierten oder fundamentalistisch bzw. undemokratisch orientierten Elternhäusern; oder sie treffen auf bereits selbst radikalisierte Kinder und Jugendliche. Diese Fachkräfte stehen vor der oft konflikthaften Frage, wie sie sich verhalten und positionieren sollen. Denn ihre Handlungen und Aussagen als Repräsentant*innen von Behörden oder sog. „öffentlichen“ Hilfen treten mit den persönlichen Wahrnehmungen der Betroffenen in schwer kalkulierbare Wechselwirkungen.

Das Projekt RaFiK will mehr erfahren über Einstellungen und Handlungsorientierungen im Umgang mit verschiedenen Arten von Extremismus und undemokratischen Milieus – sowie darüber, wie Fachkräfte praktische und ethische Dilemmata im Kontext von Kindeswohl und Religions- bzw. Meinungsfreiheit ausbalancieren.

Interdisziplinäre Fokusgruppen mit Beteiligung angrenzender Bereiche (Schule, Familiengerichte, Behindertenhilfe, Polizei, Kinder- und Jugendpsychiatrie) diskutieren, ob und wie sie sich der religiösen oder politischen Themen annehmen, ob und wie sie ihre eigenen Sichtweisen ausdrücklich zur Sprache bringen, wann und wie sie in ihrem Vorgehen auf den Diskurs und die Handlungsansätze von Expert*innen im Themenfeld Radikalisierungsprävention zurückgreifen. Die Diskussionen sollen ein Vergleich mit Vorgehensweisen und Einstellungen bei verschiedenen Formen von Extremismus ermöglichen.

Das Forschungsprojekt hat das Ziel, die interdisziplinär gewonnenen Erkenntnisse zum Brückenbau zwischen dem spezialisierten Feld der Arbeit mit Extremismus und den Regelstrukturen zu nutzen. Forschungsergebnisse und ein daraus abgeleitetes Thesenpapier sollen in einem breit angelegten Prozess in der Fachöffentlichkeit der verschiedenen Akteursgruppen diskutiert und in Prozesse überführt werden, in denen Handlungsempfehlungen erarbeitet sowie Strukturen aufgebaut werden.

Laufzeit März 2019 bis Februar 2022

 

Kooperationspartner


SOCLES International Centre for Socio-Legal Studies gGmbH


Deutsches Jugendinstitut e.V. (DJI)

 

cultures interactive Verein zur interkulturellen Bildung und Gewaltprävention e.V. (CI)