HaKo_reJu

Hako_reJu – Fortbildungs- und Qualifizierungsangebot zum Umgang mit gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus

Jugendarbeit, Schulen und Gemeinwesen haben vielfach mit Abwertung von bestimmten Gruppen, Rassismus und polarisierten Ausgrenzungsdebatten zu tun und suchen nach strategischen Lösungen für das eigene Arbeitsfeld. Die Fortbildung vermittelt ein Handlungskonzept zum Umgang mit Phänomenen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit (GMF) und Rechtsextremismus im Jugendclub und im Streetwork. Das Konzept wurde im Rahmen eines Modellprojekts speziell für ländliche Regionen gemeinsam mit Praxispartnern aus der Jugendarbeit und Wissenschaftler*innen entwickelt und erprobt. Anhand eines Interventionsplans und praktischer Beispiele der Teilnehmer*innen können situationsgerecht Strategien entwickelt werden, um präventiv aber auch durch konkrete Interventionen abwertenden, menschenverachtenden und demokratiefeindlichen Haltungen bzw. rechtsextremen Erscheinungen begegnen zu können.

Das Handlungskonzept wurde als wirkungsvoll evaluiert und seit 2014 Deutschland- und EU-weit in Fort- und Weiterbildungen für die (Sozial-)Pädagogische Praxis und für Studierende an Hochschulen vermittelt. Teilnehmer*innen schätzen den starken Praxisbezug und die strukturierte Kompetenzvermittlung. Sie werden so in die Lage versetzt, eigenständig Präventionsaufgaben im Bereich Extremismus zu übernehmen, bzw. nach Bedarf mit Partnern für den Distanzierungsbereich zusammen zu arbeiten.

Die Fortbildung ist durch den Hako_reJu-Interventionsplan strukturiert:

1. Schritt Problematiken erkennen und einschätzen können

2. Schritt Situationsanalyse: Hinwendungsfaktoren und Gefährdung von Jugendlichen unter Berücksichtigung von Biografie-, Gender-, Milieu- und Regionsspezifischen Aspekten

3. Schritt Netzwerkbildung für die lokale und überregionale Präventionsarbeit

4. Schritt Planung und Evaluation von proaktiven Maßnahmen der Prävention und Intervention

5.Schritt Umsetzung von Methoden einer jugendgerechten und genderreflektierten Präventionsarbeit

Inhaltlicher Schwerpunkt sind Phänomene von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus. Nach Bedarf können auch Fachleute zu Phänomenen des religiös begründeten Extremismus hinzugezogen und Präventionsansätze im Vergleich vorgestellt werden.

 

Methodik
Anhand von Inputs, Arbeitsmaterialien, interaktiver Methodenvermittlung, Kleingruppenarbeit und kollegialer Fallberatung werden Strategien und Haltungen für einen professionellen Umgang mit der Problematik gestärkt bzw. eingeübt.

Dauer
Hakore_Ju-Fortbildung
In 2 Tagen wird ein Überblick über den Interventionsplan und mögliche Präventionskonzepte für die eigene Arbeit gegeben

Hako_reJu-Qualifizierung
In 10 Tagen à 5 Module wird der Interventionsplan Schritt für Schritt vermittelt. In Zusammenarbeit mit den Teilnehmer*innen werden Präventionsansätze für die eigene Arbeit konzipiert. Kurzinterventionen werden eingeübt sowie das Führen von schwierigen Dialogen und Gruppengesprächen mit dem narrativen Ansatz.

Zielgruppen Fachkräfte der Jugendarbeit und Jugendhilfe

Teilnehmer*innenzahl 8-15

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