Internationale Projekte

Extreme Dialogue beinhaltet eine mehrsprachige Interview-Plattform, die mithilfe von didaktisierten Kurzfilmen über Betroffene und ehemals Involvierte die Prävention gegen Gruppenhass und gewaltförmigen Extremismus unterstützen möchte. Die sorgsame pädagogische Einbettung in Übungen und Materialien hilft und begleitet die LehrerInnen in der praktischen Anwendung. Das Thema ist sensibel. Denn mitunter kann erschreckend sein, was passiert, wenn man in Schulklassen das Themenfeld Radikalität, Gruppenhass und Extremismus anschneidet.

Extremedialogue.org (ED) ist in einem EU-ISEC Projekt (2014-16) entstanden, das vom Institute of Strategic Dialogue koordiniert und von der Tim Parry Johnathan Ball Foundation for Peace mitgestaltet wurde.

Der deutsche Partner dieses EU-Projektes ist Cultures Interactive (CI), Berlin. In der Publizierung von extremedialogue.org wird CI unterstützt von seinem Kooperationspartner ContRa e.V. in Vechta und vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis – in München.

Indem das Videomaterial von 7 – 20 minütiger Länge jeweils für eine Vermittlungszeit von mindestens drei Schulstunden aufbereitet ist, wird die pädagogische Priorität der Arbeit im Offline gewahrt. Denn in Prävention wie Bildung muss schwerpunktmäßig in der direkten persönlichen Beziehung zwischen MitschülerInnen bzw. Jugendlichen und Lehrenden gearbeitet werden – Gegen-Narrative im Internet sind ohne pädagogische Vermittlung nicht wirksam.

Unter anderen sind zwei Kurzfilme aufbereitet worden:

Der Film über Jimmy zeigt einen Widerstands- und Menschenrechtsaktivist der ersten Stunde aus Syrien, der Gefängnis und Folter auf sich nahm. Jedoch im Jahr 2014, als der damals noch halbwegs berechenbare Terror des Assad-Regimes durch die gänzlichen außer Rand und Band geratenen Schergen des IS abgelöst wurde, floh Jimmy nach Europa. Seine MitstreiterInnen von damals sind heute tot oder ebenfalls geflüchtet. Jimmy berichtet auch über sein jetziges Dasein als Geflüchteter in Deutschland, seine gemeinnützigen Tätigkeiten – und darüber, wie man mit tiefem Schmerz umgehen kann.

Der Film über Daniel zeigt einen ehemaligen Neo-Nazi und White Supremacist aus Kanada (aus dem internationalen Hammer-Skin-Spektrum). Er gehörte zu den Gewalttätigsten seiner ‚Kameraden‘ und beging unzählige brutale Gewaltakte. Heute berichtet er über die häuslichen Umstände seiner Kindheit, auch darüber, wie er Nachwuchs rekrutierte und wie ihn 9/11 inspirierte, sich sogar mit Islamisten über den Kampf ‚gegen das System‘ auszutauschen. Seit einigen Jahren ist er vollzeitlich in der Prävention gegen Extremismus und Gruppenhass engagiert.